(Vielleicht der letzte) Wintermoment #4

Der gestrige Tag war nicht nur der erste März, sondern auch meteorologischer Frühlingsanfang. Dabei sind die letzten Tage im Februar schon gefühlt wie Frühling. Sonnenbrillenwetter, Zugvögel auf ihrer Rückkehr, traumhafte Sonnenuntergänge.

Der Winter hat mich ziemlich heruntergezogen. Das Gefühl eingesperrt zu sein, verdoppelte sich und eine große Unmotiviertheitswelle schwappte über mich herüber. Eintönig verliefen Tage und Wochen. Langeweile nistete sich ein, obwohl sogar bei mir recht viel zu tun war.

Lange Spaziergänge machten oft den Kopf frei, aber ich merke wie mein Herz langsam nach mehr klopft. Wieder mehr erleben, erkunden, sein. Auch wenn ich weiß, dass es vernünftig gerade so ist wie es ist.

Dennoch hoffe ich auf die nun helleren Tage. Auf die Krokusse, die farbig aus dem Boden wachsen. Auf ein leichteres Gefühl.  

März, hol mich ab, schling dich um mich wie eine Efeuranke, spiel mir dazu Vogelmelodien als Soundtrack ab und hör bitte nicht auf so aufmunternd zu lächeln.

Hohen-Cremmen, Lübeck und Berlin. Rezension zu Gabiele Tergits „Effingers“.

„Ich werde eine Maske tragen, vielleicht viele Masken tragen. Wir spielen alle; wer es weiß ist klug.“

(Seite 329)

Heute vor 120 Jahren, am 26.02.1901, erschien Thomas Manns „Buddenbrooks“. Diesen Roman über den Aufstieg und Abstieg einer hanseatischen Kaufmannsfamilie bildet wohl den bekanntesten deutschen Gesellschaftsroman, für den Mann 1929 wiederum den Literaturnobelpreis gewann. Mann, nachdem er von seinem Verlag gebeten worden ist einen Roman zu verfassen, schrieb seine Familiengeschichte zwischen 1896 und 1900.

Zwei Jahre zuvor, zwischen 1894 und 1895, wurde ein anderer deutscher Gesellschaftsroman in sechs Folgen in der Deutschen Rundschau abgedruckt: Theodor Fontanes „Effi Briest“. Es ist wohl wahrscheinlich, dass sich Thomas Mann mit seinem Werk auf das Fontanes in leichter Weise anlehnte. Nicht nur dass die Veröffentlichungsjahre sehr nah beieinander liegen, sondern auch der Familienname Buddenbrook taucht bei Fontanes „Effi Briest“ in einer Randerscheinung auf. So heißt der Sekundant, der Major Crampas im Duell gegen Baron von Innstetten zur Seite steht, Buddenbrook. Beide Gesellschaftsromane haben sicherlich nicht nur in diesen Formalia einen gewissen Bezugspunkt, sondern auch in ihrer inhaltlichen und gestalterischen Konzeption.

Thomas Mann selbst schrieb am 25. Dezember 1919 im Berliner Tagblatt zum 100. Geburtstag Fontanes folgendes:

„Eine Romanbibliothek der rigorosesten Auswahl, und beschränkt man sie auf ein Dutzend Bände, auf zehn, auf sechs, – sie dürfte „Effi Briest“ nicht vermissen lassen.“

Ich persönlich finde diese zwei Romane einfach wunderbar und ich gebe stets eine Empfehlung für beide Werke ab. Für mich gehören tatsächlich beide Bücher in eine Bibliothek – sei sie noch so klein – hinein. Ich weiß, dass viele Leser mit dem Genre des Gesellschaftsromans nicht viel anfangen können und dieses oft als sehr langatmig, zäh und handlungsarm empfunden wird. Gerade zu Fontane hallen diese Stimmen sehr oft in meinem Umkreis wider. Für mich hingegen ist diese Art von Romanen einfach gestalterisch sowie literarisch wunderschön und kunstvoll gemacht:

Die Art und Weise wie ausführlich Landschaften, Orte, Personen oder gesellschaftliche Ereignisse beschrieben werden und wie hinter diesen Beschreibungen so viele Vorausdeutungen oder andere Zwischentöne repräsentiert werden. Wie diese Beschreibungen auch mal schnell einen kritischen oder amüsanten Unterton generieren können. Sie stellen ein Zeitbild dar – wie Menschen gedacht, empfunden, gelebt haben. Der Konflikt, der sich zwischen den gesellschaftlichen Konventionen und dem individuellen Glück der einzelnen Figuren ergibt und wie das Letztere (immer) den Pflichten zum Opfer fällt. Die bestimmten, speziellen Eigenarten und Charakteristika, die den Romanfiguren gegeben werden und die man immer wiedererkennt (mein ganz persönlicher Favorit ist da u.a. Sidonie von Grasenabb in „Effi Briest“).

Dementsprechend war ich umso gespannter als ich auf den Roman „Effingers“ von Gabriele Tergit aufmerksam wurde. Schon das Cover, das mit einem Zitat von Volker Weidermann, „Ein jüdischer Epochenroman zwischen Fontane und Thomas Mann (…) Sogstoff! Lesen! Wirklich!“, versehen ist, rief in mir sofort, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss.

Gabriele Tergit (1894-1982), eigentlich mit bürgerlichen Namen Elise Hirschmann, galt in der Weimarer Republik als einer der erfolgreichsten Schriftstellerinnen und Journalistinnen. Besonders wurde sie durch ihre Gerichtsreportagen bekannt. Als Jüdin floh sie vor dem NS-Regime ins Exil. Schon in den 30er Jahren begann sie die Arbeiten zu ihrem Familienroman „Effingers“. In diesem Roman lässt die Autorin viel von ihrer eigenen Familiengeschichte hineinfließen und beschreibt es später als ihr wichtigstes Werk. Mit dem vollendeten Roman tut man sich in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg jedoch sehr schwer eine Geschichte über eine jüdische Familie zu verlegen. Schließlich findet die Erstveröffentlichung im Jahre 1951 statt.

Aber ist diese Familienerzählung aus jüdischer und weiblicher Sicht nun wirklich mit Theodor Fontane oder Thomas Mann zu vergleichen? Und lässt sie sich dazwischen positionieren? Ich denke schon, auch wenn sie sich – wie ich finde – ganz anders liest.

Der Titel, der den Familiennamen trägt, erinnert natürlich sofort an Buddenbrooks. Unterhaltsam ist, dass Mann seine Familienchronik 1877 enden lässt und Tergit ihre wiederum ein Jahr später 1878 beginnt. Es geht um den Aufstieg und den Zerfall dreier jüdischer Familien: Effinger, Oppner, Goldschmidt, die durch Verheiratung miteinander verwoben werden. Die Familien scheitern nicht an ihren eigenen Fehlern, die sie dann gesellschaftlich gnadenlos herabstürzen lassen, sondern an dem Wandel der Zeit und final an dem Nationalsozialismus. Gewisse Romanfiguren ähneln gewiss ebenfalls an die Buddenbrooks. Gerade Sofie Oppner hat mich in ihrem Verhalten und ihren Männergeschichten doch sehr an die gute Antonie Buddenbrook erinnert.

Tergit nimmt den Leser mit über verschiedene Generationswechsel und Zeitumbrüche: Kaiserreich und industrieller Fortschritt, erster Weltkrieg und Weimarer Republik bis zur NS-Diktatur und der Deportierung der meisten Familienmitglieder. Dabei stellt sie hauptsächlich zwei Welten gegeneinander: das moderne, schnelle Berlin und das ländliche Kargsheim, aus dem die Familie Effinger stammt und wo die Zeit trotz aller weltlichen Veränderungen stehen zu bleiben scheint. Die Autorin beschreibt ausführlich und anschaulich das gesellschaftliche Leben der Familien und rückt ebenfalls immer wieder den Konflikt zwischen Individuum und familiärer Pflicht in den Vordergrund.

„Du genießt die Vorteile einer gehobenen Stellung, du hast auch ihre Verpflichtungen anzuerkennen. Diese Heirat wäre unweigerlich der Abstieg. So werden Familien kaputtgemacht, und so gehen alte Häuser zugrunde.“

(Seite 215)

Auch lässt sie immer wieder die jüdische Identität und Integration in die Geschichte miteinfließen. Anhand der verschiedenen Generationen und Zeiten kann man so als Leser erfahren, wie die jüdische Gemeinde in Deutschland stets gefühlt und gedacht hat. Ich persönlich fand diese Thematik sehr spannend.

Beim Lesen hatte ich das Gefühl in einen schnellen Sog hineingezogen zu werden. Tergit schreibt unglaublich flüssig und es lässt sich angenehm und leicht lesen. Dazu sind die Kapitel teilweise ziemlich kurz. Die Erzählperspektive nimmt praktisch in jedem neuen Kapitel eine andere Figur ein, sodass man gar nicht wirklich dazu kommt in einer Geschichte richtig länger zu verweilen, weil es ein ständiges hin und her ist. Dadurch passiert es leider, zumindest habe ich es so wahrgenommen, dass einige Personen nicht wirklich eine Charaktertiefe erhalten bzw. dass sie nicht wirklich ergreifbar erscheinen. Ein großer Schwachpunkt ist das für mich  – ehrlich gesagt. Doch je länger ich mit der Lektüre fertig bin und darüber nachdenke, umso mehr frage ich mich, ob dies nicht genau von der Autorin so beabsichtigt war. Vielleicht soll man sich gar nicht länger an einer Figur aufhalten.

Das, was inhaltlich erzählt wird (der ganze Fortschritt, politische und gesellschaftliche Entwicklungen,…) spiegelt sich somit auch auf der formalen Ebene des Romans durch die ständigen Wechsel und kurzen Kapitel wider. Ich finde dies wahnsinnig interessant gemacht und es hatte auf mich beim Lesen zweifellos einen Effekt.

Das Zentrum des Romans, weil man eben auch keine Figur hat, an die man sich längerfristig wirklich binden kann, stellt für mich somit Berlin Tiergarten da. Die Wohngegend, in der die Familien überwiegend leben und immer wieder während der Handlung zusammentreffen. Dort, wo auch die Autorin selbst wohnte. Man merkt dem Roman an, dass Tergit Berlin selbst aus der Westentasche kannte. Authentisch wird die Hauptstadt zu jeder Zeit beschrieben.

Und am Ende? Es steht ein Epilog, der Berlin 1948 zeigt. Neue Samen werden eingepflanzt von der ehemaligen Angestellten Frieda, aus denen Neues erwachsen wird.

„Jedesmal, wenn sie ein Samenkörnchen in die Erde steckte, hatte sie Zweifel, daß dies wirklich einmal etwas werden könne. Aber es wurde.“

(Seite 885)

Egal, so scheint es, wie groß die Katastrophe/Tragödie also demnach ist, das Leben nimmt seinen gewohnten Gang. Ob dies als Kritik oder als weltliche Feststellung zu begreifen ist, ist wohl jedem Leser schlussendlich selbst überlassen. Mich begleitet dieser kurze Abschnitt, seitdem ich mit dem Lesen fertig bin, immer noch…

Gabriele Tergit ordnet sich bestimmt in die Gesellschaftsromane ein und ich denke sogar, dass sie sich teilweise bewusst an den berühmten Roman über eine Lübecker Kaufmannsfamilie andockt. Diese Geschichte aber nur in dieser Reihe zu sehen, halte ich dennoch für falsch. Persönlich muss ich ehrlich sein: ich würde Manns „Buddenbrooks“ und Fontanes „Effi Briest“ immer vorziehen, aber Tergits Roman hat dafür andere Qualitäten. Die jüdische Sicht – ohne das Werk nur in einem jüdischen Kontext betrachten zu wollen – auf viele historische, gesellschaftliche und politische Ereignisse Deutschlands, halte ich für wichtig wie informativ und spannend. Wünschen würde ich mir, dass die Autorin und ihr Roman, für den sie sich so stark einsetzte und kämpfte, mehr Beachtung und Widerentdeckung erfährt.

Ich lege jedem diesen Roman, trotz seiner knapp 900 Seiten, an sein Bücherherz – und gerne auch bevor er (vielleicht) in einem Dreiteiler für einen TV-Sender verfilmt wird.

*Die verwendeten Buchzitate entstammen folgender Ausgabe (Foto): Gabriele Tergit: Effingers. BTB Verlag, 2020. 900 Seiten, 14€.

**Das Zitat seitens Thomas Mann habe ich folgendem Internetblog entnommen: https://theodorfontane.de/2017/12/11/thomas-mann-und-der-alte-fontane/

*** Die Fotoaufnahmen von Lübeck (Holsteiner Tor + Buddenbrookhaus) sind meine privaten Bilder.

(Alles unbezahlte Werbung)

Wintermomente #3

Wintermomente. Wenn es Momente gibt, die diesen Namen wohl eindeutig tragen, dann sind es die letzten Tage. Ein Blick aus dem Fenster und sofort tun sich bei mir Kindheitserinnerungen auf. Erinnerungen an Winterurlaube in der Schweiz. Berge und Täler bedeckt mit pulvrigem weißem Schnee und die Sonne, als Malerin, taucht alles in einen Glitzerhauch ein. Ich sehe Schlitten und Kaminfeuer vor mir, schmecke den Käse und die heiße Schokolade, rieche das Möbelholz des Ferienhauses und den ganz eigenen Duft des Nachtzuges.

Ein anderer Blick aus dem Fenster. Das Warten auf den Zug, der mich nicht in die Schweiz bringen soll, sondern irgendwie durch das Ruhrgebiet. Die Ansagen, das Bitten um Geduld. Der Schnee ist graubraun und matschig, der Verkehr so gut wie eingestellt. Kälte durchzieht den ganzen Körper. Ein gewisses Gefühl von Eingesperrtheit stellt sich ein, als ob man dies zurzeit nicht eh schon genug hätte.

So sehr ich auch den Anblick dieses weißen, glitzernden Kleides liebe und mich manchmal gar nicht daran satt sehen vermag, es steht leider nicht jeder Region. Und du, mein liebes Ruhrgebiet, wandest dich eher schlecht darin.

David Grossman: Was Nina wusste

“Was Nina wusste” basiert auf der Lebensgeschichte Eva Panić-Nahir und ihrer Tochter Tiana, die Autor David Grossman in den Figuren Vera und Nina fiktiv beschreibt.

Zugegeben, ich hätte mir den Roman, der mir immer wieder von zahlreichen Seiten entgegenkam, wohl selbst nicht gekauft, aber als ich ihn dann in einem Bücherschrank bei mir um die Ecke sah, nahm ich ihn kurzerhand mit. Zu neugierig hatten mich dann doch die vielen Rezensionen und Begeisterungsstürme gemacht. 

Der Roman hat mich auf eine sehr zarte Art und Weise berührt. Erzählt wird nicht nur die Lebensgeschichte Veras und deren Liebe zu ihrem Mann Milos, sondern auch der Konflikt der sich zwischen den drei Frauen Vera, Nina und deren Tochter Gili, abspielt. Das, was Vera in den Jahren auf der Gefängnisinsel Goli Otok passierte, zieht sich seitdem wie ein nebulöser Schleier durch die drei Frauengenerationen. Beide Mutter-Tochter-Beziehungen sind dadurch gestört. 

Schließlich sorgt eine Alzheimer Erkrankung seitens Nina plötzlich für die Idee und das Vorhaben einen Film zu drehen, in dem Vera alles erzählen soll. Von Anfang an bis zum Ende.  Erst durch diese Reise zu dem Ort, der das Schicksal aller Frauen ausgelöst hat, ergeben sich endlich Antworten.

Dieser Roman zieht einem sprachlich in die Geschichte hinein. Dabei hatte ich das Gefühl zwischen zwei Positionen hin- und herzuschwanken. Manchmal war es so, als ob ich ein Teil dieser Reisegruppe war,  praktisch mittendrin in dieser Familiengeschichte als eine Art dritter Kameramann. Auf der anderen Seite befand ich mich dann wiederum in einer distanzierten Rolle wider, ganz so als ob ich mir die FIlmaufnahmen anschauen würde.

Neben der Lebensgeschichte der Protagonistin, fand ich besonders den Konflikt zwischen den Müttern und Töchtern spannend. Wie an mancher Stelle vielleicht zu viel geschwiegen und nicht gefragt wurde, dann wiederum zu viel oder das Falsche gesprochen wurde. Aber vor allem wie sich dies von einer Generation auf die nächste überträgt. Die Frage nach Wahrheit und wie viel man davon preisgeben sollte. Wer darüber überhaupt eine Entscheidung treffen kann. Vielleicht auch die Frage nach Schuld…diese vielen Komponenten fand ich in Grossmans Roman sehr stark.

Dennoch muss ich sagen, dass mich der Roman nun wirklich berührt und auch mitgezogen hat, aber ich nie in dem Status angekommen bin, in dem ich das Buch nicht mehr hätte aus der Hand legen können. Wie erwähnt, in kleinen, zarten Dosierungen habe ich diesen Roman gelesen – und ich denke, dass war für mich auch genau richtig so. 

Was bleibt? Ein toller Roman, der bei mir hängen bleiben wird und dass ich einmal mehr dankbar dafür bin, dass Bücherschränke immer wieder etwas mit auf den Weg geben, was man sich wahrscheinlich in einer Buchhandlung nicht gegönnt hätte.

*Unbezahlte Werbung.

David Grossman: Was Nina wusste. Hanser Verlag. 352 Seiten.

WINTERMOMENTE #2

In einem Café sitzen. Kaffeegeruch in der Luft. Das Klirren von Gläsern und Tasssen als monotone Hintergrundmusik. Der Milchschaum weich auf dem Löffel. Ein Reiseratgeber als fröhliche Begleitung im Gepäck, der nur darauf wartet endlich seine schönen Geschichten von einem entfernten Ort zu erzählen.

Vielleicht von Lissabon und seinen gelben Straßenbahnen, dem erklingenden Fado aus den nächtlichen Gassen und dem Geruch nach pateis de nata.

Vielleicht würde er auch lieber von Neapel berichten und dem Süden Italiens. Von dem blauen lachenden Meer und dem tiefen Rotwein bei Sonnenuntergang.

Oder vielleicht holt er erneut Prag aus seinem Repertoire -mal wieder. Die goldene Stadt an der Moldau, die mir immer noch nicht all ihre Geschichten erzählt hat.

Viele Möglichkeiten. Und doch so begrenzt. Zu dieser Zeit. Was bleibt ist die Sehnsucht, die Träume, die Geschichten, die erzählt werden wollen. „Irgendwann bestimmt„, hauchen sie alle zusammen im Chor. Dann, wenn die Begrenzungen wieder zu Möglichkeiten werden.

Pauline Delabroy-Allard: Es ist Sarah

Das Cover des Romans ist mir sofort ins Auge gestochen und immer wieder lächelte es mich auf allen möglichen Internetseiten an. Dazu der Debütroman einer jungen französischen Autorin und schon landete dieses Buch auf meiner Wunschliste.

Das Wort “Gegensatz” spiegelt für mich diesen Roman sehr gut wieder. Es geht um eine Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen. Vom Anfang bis zum Ende. Dabei nimmt die Autorin den Leser mit auf eine wilde Liebesfahrt – ohne wirklich mal eine richtige Pause einzulegen. Glück, das Verliebtsein, die Leidenschaft, das gegenseitige Brauchen kontrastieren da mit Verzweiflung, Schmerz, Melancholie, Verlustängsten und sogar Hass, sodass man den anderen von sich abstoßen will. Erzählt wird auf der einen Seite episodenhaft in kleinen Abschnitten. Auf der anderen Seite hat man zwischendurch das Gefühl einen detaillierten, voyeurhaften Einblick in das Verhältnis der beiden zu bekommen. 

Der Roman ist in zwei große Teile gegliedert. Der erste Teil hat mir sehr gut gefallen, hat mich mit sich gezogen. Es geht um das Kennenlernen, das Verlieben und die Entwicklung dieser Liebe. Der zweite Teil bekam dann für mich schon fast eine Überlänge und hat mich aus diesem Sog wieder herausgezogen, obwohl der Roman mal gerade knappe 180 Seiten aufweist. 

Die beiden Protagonisten blieben für mich leider ohne wirklichen Tiefgang. Man erfährt zwar viel über Sarah, aber über die Erzählerin eigentlich nichts. An dieser Stelle  hätte dem Roman dann wiederum ein paar Seiten mehr gut getan. Die Beziehung ist geprägt durch eine Art Hassliebe voller Leidenschaft. Intensiv und wild kommt sie die meiste Zeit daher und dafür fand ich dann das Ende doch nicht wirklich stimmig, fast schon etwas blass.

Gefallen hat mir dafür umso mehr die Sprache der Autorin. Es ist impulsiv, intensiv, prägnant, direkt, reißt einen mit sich in den Strudel hinein und hat mich schon ab den ersten Seiten gefesselt. Ich mag diese Art von Erzählen, aber das ist sicherlich eine Geschmackssache. 

Der Roman hat mich schon gepackt und berührt, gerade der erste Teil, dennoch fühlt es sich am Ende für mich so an, als ob da noch etwas fehlen würde, was an sich recht schade ist. Denn ein Leseerlebnis bildet dieses Buch allemal und es verströmt zweifellos seinen Reiz. 


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Pauline Delabroy-Allard: Es ist Sarah. 192 Seiten. Frankfurter Verlagsanstalt. ISBN 9783627002664. 22 €.

Wintermomente #1

ICH MAG DEN ANBLICK VON WILDGÄNSEN. WIE SIE SICH ZUSAMMEN IHREN WEG DURCH DIE LUFTSCHWADEN SUCHEN. IHR GESCHNATTER WIE EIN GESANG, DER WIE EIN ECHO ÜBER DIE WEITEN FELDER STREIFT. IHRE LANGEN, ANMUTIGEN HÄLSE – STOLZ GESTRECKT IMMER DEM HORIZONT ENTGEGEN. BEGLEITET VON IHREN STARKEN SCHWINGEN, DIE SIE DURCH ALLE WINDE GLEITEN LASSEN.

EIN MOMENT UNBESCHWERTHEIT. EINE KLEINE BRISE FREIHEIT. AN EINEM EISIGEN FRÜHABEND. EINE KÄLTE, EINE LANDSCHAFT WIE ES NUR DER JANUAR ZU KÖNNEN SCHEINT. KRISTALLKLAR UND DOCH AUCH NEBELGRAU. DAS GEFÜHL TIEF DURCHATMEN ZU KÖNNEN… WIE NACH EINEM LANGEN TAUCHGANG – ODER EINEM WEITEN FLUG.

„Statt dessen wollten alle […] sich ins Unendliche erheben, über die Wolken hinaufsteigen, herausfinden, was jenseits davon lag, den Körper verlassen, der sie beschwerte und zur Erde hinabzog, und fortschweben, dem Überirdischen entgegen.“

(Selma Lagerlöf: Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson)

Herbstmomente: Herbstlust vs. Herbstfrust

Die Freude flieht auf allen Wegen; der Ärger kommt uns gern entgegen.

(Wilhelm Busch)

Im Herbst mag ich es am frühen Abend noch mal eine Runde spazieren zu gehen. Dann, wenn die Luft herrlich kühl ist und herbstlich duftet. Dann, wenn der Wind auffrischt und der Himmel sich zärtlich verdunkelt. Dann, wenn sich die Hektik auf den Straßen langsam legt. Und wenn man zurück in die warme Wohnung kommt, die Lichter anmacht und ein heißes Getränk oder ein Glas Wein auf einen wartet. 

Ich zog meine Jacke an, schnürte meine Schuhe, die ich in meinem Schrank wiedergefunden hatte und machte mich auf, um meine übliche Strecke zu gehen und diesen schönen Herbsttag noch auf den letzten Metern zu begrüßen. Die Felder verströmten eine herrliche Ruhe und durch die Abendwolken blitzte ein leichter roter Streifen. Ich atmete tief ein. Genoss meine mittlerweile Lieblingsjahreszeit…

Auf meinem Weg befindet sich ein kleines Bücherregal. “Für Leseratten. Zum Mitnehmen.” haftet eine Notiz unverwüstlich daran. Leider finde ich zwischen diesen vier schmalen Regalbrettern meistens nichts passendes für mich. Aber als lesebegeisterter Mensch konnte ich nur schwerlich daran vorbeigehen. Also wurde ein kurze Haken geschlagen. Oben auf dem Holz prangerte ein dickes Buch. “Das grosse Wilhelm Busch Buch. Mit 1800 Zeichnungen.” Erstaunt nahm ich den Wälzer aus dem Jahr 1959 sofort an mich. Dann noch ein Buchfang: Astrid Lindgrens Madita. “Ha, dann mal viel Spaß!” lautete die Widmung in den Kinderbuch der schwedischen Autorin. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Nahm meine Goldschätze an mich. Gut, dass ich einen Stoffbeutel bei mir trug. Mit den Gedanken schon daheim, um meine Errungenschaften noch genauer betrachten zu können, versuchte ich den dicken Band in den Beutel zu schieben. 

Dann ein leichtes krachendes Geräusch neben mir. Leider keine Kastanie, sondern  mein Smartphone, das mir aus der Jackentasche gerutscht war. 

Schon mit böser Vorahnung drehte ich das Gerät schließlich um. 

Zwei Risse zieren nun meinen Display. 

Nach zehn Jahren, in denen ich nun in Besitz von diversen Smartphones bin, das erste zerstörte Display. Die Freude fiel langsam von mir ab wie die Kastanie vom Baum. 

Herbstfrust statt Herbstlust.  Und die Entscheidung fiel in diesem Moment sofort: Wein statt Heißgetränk. 

Pamela Moore: COCKTAILS

„Pamela Moores „Cocktails“ […] gehört zu den großen

vergessenen Romanen der amerikanischen Literatur.“

So heißt es über den Roman im Buchumschlag meiner Ausgabe. Inwieweit dieses Werk heute wirklich in Vergessenheit geraten ist, kann ich nicht bestimmend sagen. Ich selbst bin eher zufällig auf diesen Roman gestoßen. Aber anhand dem wirklich sehr unterhaltsamen und interessanten Nachwort Emma Straubs, die dafür verantwortlich ist, dass dieses Buch nach einer langen Zeit wieder verlegt wurde, scheint „Cocktails“ tatsächlich in den vergangenen Jahrzehnten sehr in die Versenkung geraten zu sein.

Pamela Moore schrieb diesen Roman mit gerade einmal achtzehn Jahren. Es war ihr Debüt, das sofort einschlug und zu einem großen Erfolg wurde. Millionenfach verkaufte sich ihr Roman und wurde nicht nur absolut populär, sondern auch zu einem Skandalroman. Nicht ganz unverständlich, wenn man das Jahr der Veröffentlichung von 1956 berücksichtig. „Cocktails“ thematisiert offenkundig Alkohol, Sex, Vergewaltigung, Suizid und andere mehr oder weniger menschliche Abgründe.

Pamela Moore selbst wurde oft als amerikanische Françoise Sagan betitelt. Den Vergleich kann ich durchaus nachvollziehen. Ich selbst hatte bei der Lektüre des Romans das Gefühl eine Mischung aus Sylvia Plath „Die Glasglocke“ und Sagans „Bonjour Tristesse“ zu lesen. Moores Schreibstil kommt sicherlich nicht an diese poetische, schöne geschwungene, teils philosophische Art der beiden genannten Autorinnen heran. Die Sprache in „Cocktails“ kommt eher direkt, manchmal kantig und unverblümt daher. Dennoch verströmt auch dies einen bestimmten Reiz.

Im Zentrum des Romans steht die fünfzehnjährige Courtney Farrell. Sie ist Tochter eines beschäftigten Verlegers und einer nicht mehr ganz so erfolgreichen Hollywoodschauspielerin. Man begleitet Courtney auf ihrem Weg vom Eliteinternat nach Hollywood und später nach New York. Sie sagt selbst von sich, dass sie denke wie ein Mann und dass sie sich mit Gleichaltrigen nicht besonders verstehe. Somit zieht es sie immer wieder zu erwachsenen Personen in ihrem Leben. Anfänglich ist dies ihre Englischlehrerin im Internat, später die Schauspielbekanntschaften ihrer Mutter. Erst in New York, in Begleitung ihrer alten Internatsfreundin Janet, umgibt sie sich schließlich mit Gleichaltrigen.

„Es ist schon seltsam wie beruhigend so ein Drink auf mich wirkt. Wahrscheinlich wegen allem, was ich damit verbinde. Das war immer ein fester Bestandteil von zu Hause.“

Es ist eine Geschichte über das Erwachsen werden. Über das Finden und das Ausprobieren. Über Liebe, Sex, Freundschaft, Partys, Alkohol, das Leben. Über den Kontrollverlust und der großen Sehnsucht Halt zu finden. Ein begleitendes Motiv dabei ist Courtneys ständige Müdigkeit und die verwelkten Blätter auf dem Swimming Pool, die sie bis zum Ende verfolgen. All dies geschieht vor der Hintergrundkulisse Hollywoods und später des Studentenlebens in New York.

Moore schreibt mit einem gewissen Witz, aber auch mit einer großen Sehnsucht und Melancholie. Das Buch hat seinen ganz eigenen Zauber und einen Bann, den er auf den Leser ausüben kann. Die Geschichte berührt.

Vielleicht hat mich „Cocktails“ auch deswegen so berührt, weil ich um das Schicksal der Autorin vorher wusste und ich dies beim Lesen ständig im Hinterkopf hatte. Mit gerade einmal 26 Jahren wählte Pamela Moore im Jahr 1964 den Freitod.

In „Cocktails“ kann man diese autobiographischen Züge wohl erkennen. Im Roman ist immer wieder die Rede von Courtneys großen, grünen Augen. Schaut man sich Bilder der Autorin an, dann schauen einem vielleicht dieselben großen Augen an, die sie ihrer Protagonistin verliehen hat…

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#unbezahlte Werbung

Pamela Moore: Cocktails. Piper. 304 Seiten.

Mein SUB und ICH: ein Beziehungsstatus

Es war hier eine gewisse Zeit ziemlich ruhig und das hatte auch einen bestimmten Grund. Ich wusste einfach nicht, worüber ich wirklich schreiben sollte. Mein erstes Jahreshalbjahr war lesetechnisch gesehen eher bedürftig. Ich bin nie wirklich in einen Lesefluss hineingekommen, noch verspürte ich eine große Lesemotivation. Also die klassische Leseflaute hatte es sich ab Februar bei mir gemütlich gemacht. In den letzten Tagen habe ich mich mal intensiv gefragt, warum das einfach nicht besser wird bei mir. Liegt es daran, dass ich zu viel zu tun habe im Moment? Oder fehlen mir tatsächlich meine alltäglichen Leseorte und damit meine persönliche Lesezeit am Tag? Normalerweise lese ich viel in den Bahnen, die ich nutze. Auch die Wartezeit auf diese nutze ich zum Lesen. Die Cafébesuche, bei denen auch nie ein Buch bei mir fehlen darf, sind weniger geworden. Corona hat mir meine Leseorte sehr eingegrenzt und bis jetzt habe ich es wohl noch nicht geschafft mir neue zu etablieren. Aber zurück zur Ausgangsfrage:

Warum wird das einfach nicht besser bei mir?

Ich denke, es ist eine Mischung aus den beiden obengenannten, aber auch noch eine dritte Ursache kommt hinzu. Ich hatte mir vorgenommen meinen Sub dieses Jahr zu reduzieren und habe mir damit selbst ein dickes Lesehindernis in den Weg gestellt. Ich bin im Januar mit einem Sub von 26 Büchern gestartet und Stand heute beträgt mein Sub 30 Bücher. Dabei habe ich schon eine nächste Bücherbestellung im Kopf. Ich weiß, dass jetzt einige sehr begeisterte Leser nur amüsiert mit dem Kopf schütteln, wenn sie diese zarte Zahl 30 sehen. „Zweistellig, das ist doch noch kein Problem“, werden sich vielleicht einige denken. Natürlich weiß ich, dass sehr viele einen Sub von 100+ haben und ich frage mich immer wieder, wie diese Leser es schaffen wollen all diese Bücher zu lesen. Aber gut, für mich ist eben diese 30 schon eine große Zahl, der ich nicht mächtig werde. Zum einen habe ich einfach nicht den Platz solche Bücherberge unterzubringen, zum anderen habe ich immer sofort ein schlechtes Gewissen, wenn ich nur ein potenzielles neues Buch in die Hand nehme. Dann leuchtet sofort in einem knallroten Farbton meine Subzahl in meinem Kopf auf. Diese zu ignorieren fällt mir ziemlich schwer.

Also was nun tun?

Vor kurzem habe ich eine Buchbestellung aufgegeben mit Büchern, die ich wirklich gerne lesen möchte. Und plötzlich war sie wieder da. Die Lesemotivation. Sie hat zielorientiert die Leseflaute an den Haaren gepackt und einfach mit einem Lächeln rausgeworfen. Dies war nun der Anlass für all die Wörter, die ich hier nun schreibe. Ich habe mich kritisch mit meinem Sub auseinandergesetzt und mir alle Bücher mal genau unter die Lupe genommen. Viele kennen vielleicht die Methode, die man beim Kleiderschrankausmisten anwenden soll. So ähnlich habe ich das jetzt mit meinen Büchern in Warteschlange getan. Dabei konnte ich schnell drei Unterkategorien ausmachen:

  1. Der Stapel, der nicht sehr lange existieren wird, da ich wirklich, wirklich Lust habe diese Bücher schnell und bald zu lesen. Also ein Stapel um den ich mir nun keine großen Sorgen machen sollte.
  2. Der Stapel, auf denen Bücher liegen, die ich schon gerne lesen möchte, aber für die die richtige Zeit wohl gerade nicht da ist. Das liegen viele Klassiker der Weltliteratur drauf. Aber mich interessieren die einzelnen Werke und es wird sicherlich der Moment kommen, da sie genau richtig sein werden. Also auch kein wirkliches Problem.
  3. Dann nun mein Sorgenkind. Bücher, die ich vermutlich auch in einem Jahr und auch in fünf Jahren nicht lesen werde. Hier ist der wohl sehr bekannte Begriff „Sub-Leichen“ tatsächlich angebracht. Auf diesem Stapel liegen viele Bücher, die ich meistens sehr günstig oder kostenfrei mitgenommen habe. Jetzt frage ich mich, warum? Ich habe kein Interesse an ihnen und ich weiß, dass ich immer andere Bücher finden werde, die ich ihnen vorziehen werde. Also Problemstatus!

Genau an diesem dritten und tristen Haufen muss ich dann wohl ansetzen. Erstens befreie ich mich dann von Ballast, zweitens habe ich wieder mehr Platz im Regal und drittens trifft dieses Buch in der freien Wildbahn dann vielleicht wirklich auf seinen „Perfect-Match“. Allein diese Vorstellung finde ich schon sehr schön.

Ihn „loszuwerden“ wird keine Schwierigkeit bringen, aber ihn nie wieder anwachsen zu lassen schon eher. Ich bin eben ein Fan von gebrauchten Büchern. Gerade Bücherschränke machen es einem da sehr einfach mal schnell was mitzunehmen. Da muss ich mir zukünftig mehr Gedanken machen, ob dieses Werk Sinn für mich macht oder nicht. Ich muss mich öfters mal kritisch hinterfragen.

Die Leseflaute hat mich oft in den letzten Monaten zum Hadern gebracht, aber schlussendlich hat sie mir dann doch auch einiges an Erkenntnis geliefert. Ich bin als Leser abhängig von meiner Stimmung. Mal schreit sie nach einem Klassiker, dann nach einem Krimi, manchmal nach einem Kinderbuch oder auch mal nach einen leichten Sommerroman. Lesezeit ist zu kostbar um sie mit Büchern zu verbringen, die einen dann nur quälen, weil sie eben nicht die Richtigen sind.

Zweite Erkenntnis: Konsum ist eben dann doch nicht alles. Ich denke, wenn man ein Hobby hat, dann läuft man häufig in dieses Gefühl hinein, dass man davon noch mehr braucht. So ist auch mein Stapel mit Büchern angewachsen. Oftmals hatte ich das Gefühl, dass ich mehr Bücher brauche, dass sie mir ein gutes Gefühl allein mit dem Besitzen geben würden. Aber das ist bei mir nicht der Fall. Sie erdrücken mich eher und geben mir sehr schnell ein schlechtes Gefühl. Zudem macht es mich traurig, wenn ein Buch so ein tristes, staubiges Dasein erleiden muss. Ein Buch zu veröffentlichen ist eben eine Menge an Arbeit von allen Beteiligten. Das nicht richtig wertschätzen zu können, deprimiert mich leicht. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass das jetzt keineswegs eine Kritik ist an diejenigen Leser, die einen Sub im dreistelligen Bereich haben. Ich weiß, dass viele von euch diese Bücheranzahl auch tatsächlich brauchen und diese euch auch glücklich macht. Hut ab davor! Aber mein Weg ist dann doch nicht.

Diese letzten, manchmal sehr nervigen Monate, haben mich selbst hinterfragen lassen und ich konnte mich selbst beobachten. Die kleinen Experimente, die ich durchgeführt habe, werden mich hoffentlich als Leser weiterbringen. Somit habe ich festgestellt, dass die Stimmung nach einem Buch/Genre sehr entscheidend ist und dass ich die Atmosphäre eines Romans auch gerne mit „Hilfsmitteln“ unterstütze. Das kann bei manchen Werken ein heißer Tee als Begleiter sein. Bei anderen ist es dann der Milchkaffee, der Wein oder eine kalte Limonade. Bei manchen Büchern esse ich auch ganze gerne nebenbei, bei anderen gar nicht. 

In den letzten Wochen habe ich also sehr viel über mich herausgefunden und somit war dieser Beitrag auch sehr wichtig für mich. Er bildet sozusagen den versöhnlichen Abschluss. Ich hoffe sehr, dass ich mit diesen „Ergebnissen“ meinen Sub besser unter Kontrolle bekommen werde und mein Beziehungsstatus zu ihm wieder harmonisch und nicht gestresst sein wird.

An dieser Stelle interessiert mich sehr, wie ihr mit euren nicht gelesenen Büchern umgeht? Je mehr, desto besser? Stressen sie euch ebenfalls? Sortiert ihr sie auch mal aus? Oder sind sie genau richtig?

Wie immer git: Viel Spaß beim Lesen.

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