Lesetagebuch: Dörte Hansen-Mittagsstunde

Zeitraum: 09.07. – 16.07.2021

Verlag: Penguin, 319 Seiten (#unbezahlte Werbung)

Vorbemerkungen:

Dörte Hansens Roman “Altes Land” habe ich im Juli 2020 gelesen und sehr gemocht. So war für mich recht schnell klar, dass ich auch ihren Roman “Mittagsstunde” definitiv lesen möchte und bin somit im Vorfeld sehr gespannt darauf gewesen, gerade weil sich in vielen Rezensionen lesen lässt, dass “Mittagsstunde” noch besser empfunden wird als sein Vorgängerroman. 

Leseverlauf

  1. Freitag, 09.07.2021

Meine erneute Reise in die Landschaft rund ums alte Land beginnt um 16:40 auf einer Zugfahrt im Regionalexpress von Hamm nach Aachen. Zielbahnhof ist für mich an diesem Tag Köln und somit liegen etwa 90 Minuten Fahrt vor mir. Das Buch wird aufgeschlagen kurz bevor ich im Dortmunder HBF einfahre. Etwa zwei Stunden später habe ich mein Ziel erreicht. Hinter mir liegen nicht nur das Ruhrgebiet, Düsseldorf und zahlreiche Passagiere mit ihren Reisekoffern, sondern auch etwa 76 Seiten und damit die ersten fünf Kapitel des Romans. Der Einstieg hat mich wieder sehr begeistert und mich daran erinnert, warum mir vor einem Jahr “Altes Land” der Autorin schon so sehr gefiel: Skurrile Charaktere in einem Dorf. Es wird ruhig erzählt, aber bildlich beschrieben, sodass mir schnell alles vor Augen erscheint. Dennoch bleibt nach der Zugfahrt das Gefühl zurück, nicht gut mit dem Lesen vorangekommen zu sein. Lag nicht am Roman, sondern an meiner Umgebung. Ich merke, dass ich mich erst wieder daran gewöhnen muss in einer lauteren Atmosphäre zu lesen. Was mir vor Corona überhaupt keine Mühe bereitete und ich teilweise sogar sehr genoss, legt mich nun etwas im Lesefluss lahm. Also muss ich diese Art von Lesen wohl wieder neu erlernen. Auch eine spannende Erkenntnis. 

  1. Sonntag, 11.07.2021

Das gleiche Spiel nun aber Rückwärts. Einstieg am Abend in einen überfüllten Zug nach Hamm. Nach Hauptbahnhof Düsseldorf endlich einen geeigneten Leseplatz gefunden und Buch sofort aufgeschlagen. Geschafft habe ich zwei weitere Kapitel. Das beschriebene Dorfleben, sowohl seine Vergangenheit wie Gegenwart, und die Familiengeschichte rund um Ingwer Feddersen zieht mich immer mehr rein. Ich mag, dass Dörte Hansen das Landleben ganz ohne Kitsch und Klischees beschreibt.

  1. Montag, 12.07.2021

Die Uhranzeige auf meinem Smartphone zeigt 23:05 Uhr. Ich tauche immer mehr, Stück für Stück, in die Welt des alten Gasthofes und die Ereignisse der letzten Jahrzehnte, die sich im Dorf und bei dessen Bewohnern abgespielt haben, ein. 45 Minuten, 30 Seiten und 2 Kapitel später darf der Roman seine Nachtruhe neben mir halten. Auf dem weißen Tischchen neben dem Bett.

  1. Mittwoch, 14.07.2021

Dicke Regentropfen prasseln gegen die Fensterscheibe. Herbst im Juli. Langsam merke ich, dass die gestrige Impfe mich dann doch nicht komplett verschont. Mit dem Roman ziehe ich mich in mein Bett zurück. Ich habe es schon immer geliebt zu lesen, während es draußen regnet. Los geht es mit Kapitel 10 des Romans. Nach rund der Hälfte des Buches stelle ich fest, dass ich zwar sehr mag, dass die Kapitel sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart abwechseln, mir aber momentan dann doch die Kapitel mit Vergangenheitsbezug besser gefallen. Insgesamt war es ein guter Lesetag: 100 Seiten geschafft. 

  1. Donnerstag, 15.07.2021

Endspurt mit “Mittagsstunde”. Die letzten rund 75 Seiten warten heute auf mich. Nach und nach setzen sich alle Bilder zusammen. Die Geschichten der Brinkebüller finden langsam ihr Ende. 

Fazit

Wie “Altes Land” hat mir “Mittagsstunde” sehr gut gefallen und gesellt sich bestimmt zu meinen Jahreshighlights. Ich denke sogar, dass mir dieser ROman noch ein Stückchen besser gefallen hat als “Altes Land”. “Mittagsstunde” wird noch unaufgeregte erzählt, aber die Portion zwischen Komik und Melancholie haben für mich absolut gestimmt, sodass mich die Geschichte rund um Brinkerbüll, dem Gasthof und Ingwer Feddersen noch mehr berührt haben. Ich hoffe jetzt schon, dass Dörte Hansen bald einen neuen Roman veröffentlichen wird. 

„Der Wind war immer noch der alte. Er schliff die Steine ab und knickte Bäume, beugte Rücken. Auch diesem alten Wind war es egal, was Menschen taten, ob sie blieben oder weiterwanderten.“ (Seite 319)

Veröffentlicht von seitenknick

Ruhrpottmädchen. Zeilenverliebt. Lesend und schreibend unterwegs.

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